Gestaltung eines
Kreditpunkterahmens für die Techniker-Ausbildung –ein
Beitrag aus einem Leonardo-Projekt.
Prof. Dr.
Matthias Becker
In der
Erklärung von Kopenhagen
vom 30. November 2002 stellt die Erarbeitung eines Credit Transfer
Systems für
die Berufsbildung (ECVET) das Kernelement dar, mit dem Transparenz und
Anerkennung von Lernergebnissen erreicht und dadurch Mobilität
befördert werden
soll. Seit dem beschäftigen sich eine von der Europäischen
Kommission
eingerichtete Technische Arbeitsgruppe und zahlreiche
Berufsbildungsakteure mit
Leitlinien, Modellen und Konzeptionen für ECVET. Die bislang
vorgelegten
Vorschläge bemühen sich um allgemeine und transferierbare
Verfahren sowie
ECTS-Kompatibilität. Dabei werden die Besonderheiten und
Bedürfnisse der Berufsbildung
und Fragen der Anrechenbarkeit von Kompetenzen für konkrete Berufe
oft
vernachlässigt.
Seit dem
1.10.2003 arbeiten 37
Institutionen in 8 europäischen Ländern im Rahmen des
Leonardo Projektes VQTS
(Vocational Qualification Transfer System) an Verfahren für den
internationalen
Transfer beruflicher Qualifikationen für die beiden Berufsprofile
„Mechatroniker“ und „Maschinenbautechniker“. Es wird versucht, auf der
Basis
arbeitsbezogener Bereiche gegenseitigen Vertrauens (Work Related Zones
of Mutual
Trust – WRZMT) ein Kreditpunkterahmen und ein Verfahren zu erarbeiten,
mit dem
Ausbildungsleistungen anerkannt werden können, ganz gleich, ob im
Inland, im
Ausland oder ob in schulischen oder betrieblichen Kontexten erworben.
Der
Beitrag beleuchtet die Probleme und Lösungsansätze für
die Gestaltung eines
solchen Systems, wenn dieses unabhängig von nationalen
Berufsbildungssystemen,
aber aussagekräftig für die ausbildenden Institutionen und
das
Beschäftigungssystem sein soll. Neben der Identifizierung
beruflicher
Kompetenzen für relevante Arbeitsaufgaben und Kernarbeitsprozesse
und der
Zuweisung von Leistungspunkten/Credits auf der Basis der
Arbeitsbelastung/workload spielt die Beschreibung des
Kompetenzanspruches dabei
eine große Rolle. Wird er – wie in den meisten Vorschlägen
bisher – analytisch
und ohne Benennung des beruflichen Kontextes definiert, hat er kaum
Aussagekraft für den konkreten Beruf. Daher wird die Benennung von
kontextbezogenen Kompetenzansprüchen an berufliche Arbeitsaufgaben
vorgeschlagen.
Im Beitrag wird diskutiert, welche Konsequenzen unterschiedliche
Formulierungen
und Darstellungsformen für einen Kreditrahmen haben und mit Hilfe
welcher
Verfahren sich ein solcher entwickeln lässt.
Prof. Dr. Matthias Becker
Universität Flensburg
biat - Berufsbildungsinstitut
Arbeit und Technik
Berufliche Fachrichtung
Metalltechnik/Systemtechnik
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